Varroa: die Varroamilbe erkennen & bekämpfen

Honigbiene mit einer rotbraunen Varroamilbe auf dem Körper auf einer Wabe

Die Varroamilbe (Varroa destructor) ist der gefährlichste Parasit der Honigbiene – sie saugt an Bienen und Brut, überträgt Viren und kann ein Volk unbehandelt töten. Sie vermehrt sich in der verdeckelten Brut, ihr Befall steigt über den Sommer. Ohne Behandlung bricht das Volk meist im Winter zusammen. Wirksam ist nur ein integriertes Konzept aus Drohnenbrutschneiden, Ameisensäure im Sommer und Oxalsäure im Winter. Stand 2026.

Erreger Varroamilbe (Varroa destructor)
Schaden saugt an Bienen, überträgt Viren
Vermehrung in der verdeckelten Brut
Verlauf Befall steigt über den Sommer
Unbehandelt Volk stirbt meist im Winter
Bekämpfung integriert: Drohnenbrut, Ameisen-, Oxalsäure

Was ist die Varroamilbe?

Warum Varroa so gefährlich istDer Schaden am VolkSaugt an Bienenschwächt Brut & TiereÜberträgt Virenz. B. FlügeldeformationVolk kann sterbenunbehandelt im Winterimker-welt.de
Unbehandelt bricht ein befallenes Volk meist im Winter zusammen.

Die Varroamilbe ist ein etwa stecknadelkopfgroßer, rotbrauner Parasit, der ursprünglich von der Östlichen Honigbiene stammt und sich weltweit auf unsere Honigbiene ausgebreitet hat. Sie saugt am Fettkörper der Bienen und ihrer Brut und überträgt dabei Viren wie das Flügeldeformationsvirus1. Geschwächte, virusbelastete Völker brechen ohne Behandlung meist im Winter zusammen – die sogenannte Varroose.

Wie vermehrt sich die Milbe?

Der Schlüssel liegt in der verdeckelten Brut: Kurz bevor eine Brutzelle verschlossen wird, schlüpft eine Milbe hinein und vermehrt sich geschützt an der heranwachsenden Bienenpuppe. Deshalb steigt der Befall mit der Brutmenge über den Sommer stark an – und deshalb wirken viele Mittel nur, wenn wenig oder keine verdeckelte Brut da ist. Wie man den Befall misst, steht unter Varroa-Diagnose.

Integrierte Bekämpfung übers Jahr

Varroa-Management übers JahrIntegrierte Bekämpfung1Frühjahr/SommerDrohnenbrut schneiden2Nach der ErnteAmeisensäure3SpätherbstRestentmilbung vorbereiten4Winter (brutfrei)Oxalsäureimker-welt.de
Wirksam ist nur die Kombination mehrerer Maßnahmen über das ganze Jahr verteilt.

Eine einzelne Maßnahme reicht nicht. Bewährt ist ein integriertes Konzept: im Frühjahr und Sommer Drohnenbrut schneiden (die Milbe bevorzugt Drohnenbrut), nach der Honigernte Ameisensäure (wirkt auch in die verdeckelte Brut) und im brutfreien Winter Oxalsäure. Den genauen Ablauf zeigt Varroa-Behandlung.

Befalls-Diagnose

Varroa-Befallsrechner

Milbenfall zählen, eingeben, Ampel ablesen: Ist dein Volk im grünen Bereich?

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Die richtigen Zeitfenster

Entscheidend ist das Timing: Die Sommerbehandlung direkt nach der letzten Ernte verhindert, dass die wichtigen Winterbienen schon geschädigt aufwachsen. Die Winterbehandlung bei Brutfreiheit setzt die Milben auf ein Minimum zurück. Beides gehört zur Grundpflicht jedes Imkers.

Häufige Fragen zur Varroamilbe

Was ist die Varroamilbe?

Ein parasitärer Milbe der Honigbiene, die an Bienen und Brut saugt, Viren überträgt und ein Volk unbehandelt töten kann.

Warum ist Varroa so gefährlich?

Sie schwächt die Bienen und überträgt Viren. Unbehandelt bricht das befallene Volk meist im Winter zusammen.

Muss man jedes Volk behandeln?

Ja. In Mitteleuropa kommt kein Volk ohne Varroa-Behandlung dauerhaft aus. Das gehört zur Imkerpflicht.

Womit behandelt man Varroa?

Mit organischen Säuren wie Ameisensäure (Sommer) und Oxalsäure (Winter), ergänzt durch Drohnenbrutschneiden.

Schadet die Behandlung dem Honig?

Bei sachgemäßer Anwendung nicht: Die Säurebehandlung erfolgt erst nach der Honigernte, nicht während der Tracht.

Wann steigt der Befall am stärksten?

Über den Sommer mit der Brutmenge. Deshalb ist die Behandlung direkt nach der letzten Ernte so wichtig.

Quellen & Studien

Dieser Beitrag stützt sich u. a. auf wissenschaftliche Fachliteratur (recherchiert über PubMed), Bieneninstitute und amtliche Stellen:

  1. Grozinger CM, Flenniken ML (2019): Bee Viruses: Ecology, Pathogenicity, and Impacts. Annu Rev Entomol 64:205–226.

Weiterführende Quellen & Institutionen: