Manuka-Honig ist ein besonderer Honig aus Neuseeland, der durch den Wirkstoff Methylglyoxal (MGO) stark antibakteriell wirkt. Seine Qualität zeigt der MGO- oder UMF-Wert auf dem Etikett. Genutzt wird er für Hals, Wunden und Hautpflege. Höhere MGO-Werte sind stärker und teurer, für den Alltag reichen niedrigere. Säuglinge unter einem Jahr dürfen ihn nicht bekommen. Beim Kauf zählt geprüfte neuseeländische Herkunft. Stand 2026.
| Was es ist | Honig aus dem Nektar der Manuka-Pflanze (Südseemyrte) |
|---|---|
| Herkunft | Neuseeland (teils Australien) |
| Wirkstoff | Methylglyoxal (MGO) |
| Qualitätswerte | MGO (mg/kg) und UMF |
| Verwendung | Hals, Wunden, Hautpflege, innerlich |
| Nicht für | Säuglinge unter 12 Monaten |
Was ist Manuka-Honig?
Manuka-Honig ist ein Honig, den Bienen aus dem Nektar der Manuka-Pflanze (Südseemyrte) in Neuseeland sammeln. Er ist dunkler, cremiger und kräftiger im Geschmack als heimischer Honig. Das Besondere ist seine starke antibakterielle Wirkung, die nicht – wie bei normalem Honig – auf Wasserstoffperoxid beruht, sondern auf dem Stoff Methylglyoxal (MGO)1. Man nennt das die nicht-peroxidische Wirkung (NPA).
Unterschied zu normalem Honig
Jeder Honig wirkt leicht antibakteriell. Manuka-Honig ist aber besonders, weil seine Wirkung hitze- und lichtstabiler ist und auf dem hohen MGO-Gehalt beruht2. Deshalb wird er gezielt eingesetzt und ist deutlich teurer.
MGO & UMF: Qualitätswerte verstehen
Der wichtigste Wert ist MGO – er gibt an, wie viel Methylglyoxal in Milligramm pro Kilogramm Honig steckt (z. B. „MGO 400″ = 400 mg/kg). MGO entsteht beim Reifen aus dem Nektar-Stoff DHA (Dihydroxyaceton). Daneben gibt es das neuseeländische Gütesiegel UMF, das zusätzlich Echtheit und weitere Marker prüft. Beide Werte lassen sich grob umrechnen:
| UMF 5+ | entspricht etwa MGO 83 |
|---|---|
| UMF 10+ | entspricht etwa MGO 263 |
| UMF 15+ | entspricht etwa MGO 514 |
| UMF 20+ | entspricht etwa MGO 829 |
Mehr dazu im Ratgeber Was bedeutet MGO?.
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Wirkung: was die Evidenz sagt
Ehrlich eingeordnet: Die antibakterielle Wirkung im Labor ist gut belegt – Manuka-Honig hemmt viele Bakterien, auch einige antibiotikaresistente Keime3. Am besten untersucht ist die äußerliche Wundbehandlung mit medizinischem Manuka-Wundhonig. Für viele innerliche Anwendungen (Magen, Erkältung) ist die Studienlage dagegen dünner und uneinheitlich2. Eine ausführliche Einordnung steht unter Manuka-Honig Wirkung.
Anwendung: welcher MGO-Wert wofür?
| Täglich / Prävention | MGO 100–250, pur oder im Tee (nicht heiß) |
|---|---|
| Halsschmerzen / Erkältung | MGO 250–400, langsam im Mund zergehen lassen |
| Gezielt / Magen | MGO 400–550, ein Teelöffel nüchtern |
| Hautpflege / Wunden | MGO 400+ bzw. medizinischer Wundhonig |
Wichtig: Manuka-Honig nicht in heißen Tee rühren – Hitze über etwa 40 °C schwächt die Enzyme. Mehr unter Manuka-Honig Anwendung, zur inneren Einnahme siehe Einnahme.
Wann man Manuka-Honig nicht verwenden sollte
Manuka-Honig kaufen: echt oder Fälschung?
Weil Manuka-Honig teuer ist, gibt es Fälschungen. Achte auf einen geprüften MGO- oder UMF-Wert, eine klare Herkunft aus Neuseeland mit Erzeuger und Chargennummer sowie ein unabhängiges Laborzertifikat. Verdächtig günstige Angebote oder unrealistisch hohe MGO-Versprechen sind ein Warnsignal. Details unter Manuka-Honig kaufen und welcher ist der beste?; warum er so teuer ist, erklärt dieser Beitrag.
Häufige Fragen zu Manuka-Honig
Für was ist Manuka-Honig gut?
Er wird vor allem für Hals, Wundpflege und Hautpflege genutzt. Seine antibakterielle Wirkung beruht auf dem Stoff MGO. Eine Heilwirkung als Lebensmittel ist aber nicht garantiert.
Was sagen Ärzte zu Manuka-Honig?
Anerkannt ist vor allem medizinischer Manuka-Wundhonig zur äußerlichen Wundbehandlung. Bei innerlichen Anwendungen sind viele Fachleute zurückhaltend, weil die Studienlage dünn ist.
Welcher MGO-Wert ist gut?
Für den Alltag reichen MGO 100–250. Für gezielte Anwendungen an Hals oder Haut werden MGO 400 und mehr gewählt. Mehr ist nicht automatisch besser.
Wann sollte man Manuka-Honig nicht nehmen?
Säuglinge unter einem Jahr dürfen keinen Honig bekommen. Diabetiker sollten den Zuckergehalt bedenken, Bienenprodukt-Allergiker vorsichtig sein.
Wie erkenne ich echten Manuka-Honig?
An einem geprüften MGO- oder UMF-Wert, neuseeländischer Herkunft mit Chargennummer und einem unabhängigen Laborzertifikat. Sehr billige Ware ist verdächtig.
Kann man Manuka-Honig täglich essen?
Ja, in kleinen Mengen (etwa ein Teelöffel) ist das üblich. Es bleibt aber ein zuckerreiches Lebensmittel und sollte maßvoll genossen werden.
Quellen & Studien
Dieser Beitrag stützt sich u. a. auf wissenschaftliche Fachliteratur (recherchiert über PubMed), Bieneninstitute und amtliche Stellen:
- Mavric E et al. (2008): Identification and quantification of methylglyoxal as the dominant antibacterial constituent of Manuka honeys. Mol Nutr Food Res 52(4):483–489. ↩
- Johnston M et al. (2018): Antibacterial activity of Manuka honey and its components: An overview. AIMS Microbiol 4(4):655–664. ↩
- Carter DA et al. (2016): Therapeutic Manuka Honey: No Longer So Alternative. Front Microbiol 7:569. ↩
Weiterführende Quellen & Institutionen:
