Wie wird Bienengift gewonnen? Methode & Ertrag

Glasplatte zur Bienengift-Gewinnung am Flugloch mit Bienen, getrockneter Giftfilm auf dem Glas

Bienengift wird gewonnen, indem Imker eine Glasplatte mit schwachem Stromimpuls vor das Flugloch setzen. Die Bienen stechen in das harte Glas und geben dabei einen winzigen Tropfen Gift ab, das eintrocknet und abgekratzt wird. Weil der Stachel im Glas meist nicht ausreißt, überleben die meisten Bienen – anders als beim Stich in die Haut. Das Rohgift wird danach zu reinem Pulver aufbereitet und in Medizin, Forschung und Kosmetik verwendet.

Fachbegriff Apitoxin – das Gift der Honigbiene
Methode Glasplatte (Gerät) mit schwachem Stromimpuls
Werden Bienen getötet? überwiegend nicht – der Stachel bleibt am Glas meist erhalten
Ertrag pro Biene nur etwa 0,1 Milligramm Gift
Für 1 Gramm grob in der Größenordnung von 10.000 Sammelvorgängen
Verwendung Apitherapie, Forschung, Salbe & Kosmetik

Was ist Bienengift und wo entsteht es?

Bienengift (Apitoxin) bildet die Honigbiene in einer Giftdrüse und speichert es in einer Giftblase am Stachel. Sticht die Biene, presst sie über den Stachel einen winzigen Tropfen heraus. Das Gift besteht vor allem aus dem Eiweißstoff Melittin, dazu kommen Enzyme und kleinere Moleküle wie Apamin1. Was diese Stoffe im Körper bewirken, liest du unter Bienengift Wirkung.

Wie wird Bienengift gewonnen?

Bienengift gewinnen Schritt für SchrittDie Glasplatten-Methode mit schwachem Stromimpuls1Gerät anbringenGlasplatte vor das Flugloch2Schwacher Impulsreizt die Bienen sanft3Stechen aufs GlasGift wird abgegeben4Abkratzengetrocknetes Gift einsammelnimker-welt.de
Weil die Bienen in die harte Glasplatte stechen, bleibt der Stachel meist erhalten.

Der Imker setzt ein spezielles Gerät mit einer Glasplatte vor das Flugloch. Ein sehr schwacher Stromimpuls läuft über feine Drähte und reizt die Bienen leicht. Die Tiere reagieren, indem sie in die Glasoberfläche stechen und dabei einen Tropfen Gift abgeben. Das Gift trocknet auf dem Glas zu einem hellen Film. Nach einigen Stunden nimmt der Imker die Platte ab und kratzt das getrocknete Rohgift vorsichtig ab.

Aufbereitung: vom Rohgift zum Pulver

Das abgekratzte Rohgift enthält noch Staub und Verunreinigungen. Es wird gereinigt, gefiltert und getrocknet, bis ein feines, fast weißes Pulver übrig bleibt. Erst dieses gereinigte Apitoxin wird in der Medizin oder für Kosmetik weiterverarbeitet.

Wie viele Bienen braucht man für ein Gramm?

Die Mengen sind winzig. Eine einzelne Biene liefert nur etwa 0,1 Milligramm Gift. Für ein einziges Gramm sind daher grob 10.000 Sammelvorgänge nötig – das macht reines Bienengift zu einem der teuersten Bienenprodukte überhaupt, deutlich wertvoller als Honig oder Wachs. Genaue Preise schwanken stark und hängen von Reinheit und Anbieter ab.

Werden Bienen dabei getötet?

Überleben die Bienen die Giftgewinnung?Anteil der Bienen, die den Stich überleben (grobe Einordnung)Stich in die Glasplatte90 %Stich in menschliche Haut2 %imker-welt.de
Anders als beim Stich in die Haut reißt der Stachel am Glas meist nicht aus – die meisten Bienen überleben.

Das ist die häufigste Frage – und die Antwort ist beruhigender als gedacht. Sticht eine Biene in die Haut, reißt der Widerhaken-Stachel aus, und die Biene stirbt. In die harte Glasplatte sticht sie dagegen, ohne den Stachel zu verlieren. Die meisten Bienen überleben die Prozedur. Trotzdem ist sie Stress für das Volk, und einzelne Tiere kommen zu Schaden. Verantwortungsvolle Imker setzen die Methode deshalb maßvoll ein. Dieser Tierwohl-Aspekt ist auch ein Argument beim Kauf von Bienengift-Creme.

Verwendung: von der Salbe bis zur Apitherapie

Wohin das gewonnene Bienengift gehtDrei Verwendungswege nach der AufbereitungApitherapie / Medizinärztliche InjektionSalbe & KosmetikCreme, Serum, Bee CreamForschungLabor- und Zellstudienimker-welt.de
Der größte Teil der Nachfrage kommt aus Kosmetik und Apitherapie.

Das gereinigte Gift geht drei Wege. In der Apitherapie spritzen Ärzte es gezielt unter die Haut, etwa bei entzündlichen Gelenkbeschwerden wie Rheuma und Arthrose2. In der Kosmetik landet es in Cremes, Seren und der bekannten „Bee Cream“. In der Forschung dient es Labor- und Zellstudien. Wichtig: Auf der Haut bleibt die Wirkung begrenzt – mehr dazu unter Bienengift bei Arthrose.

Selbst sammeln? Davon ist abzuraten. Die Gewinnung braucht Spezialgeräte, Erfahrung und Sorgfalt. Wegen des Allergierisikos und des Tierwohls gehört sie in geübte Imker-Hände.
Praxis-Tipp: Imker gewinnen Bienengift heute schonend über eine Glasplatte mit sanftem Stromreiz, ohne dass die Bienen sterben. Frag beim Kauf nach dieser Methode, wenn dir Bienenschutz wichtig ist.

Häufige Fragen zur Gewinnung von Bienengift

Werden Bienen für Bienengift getötet?

Überwiegend nicht. Bei der Glasplatten-Methode stechen die Bienen in hartes Glas, ohne ihren Stachel zu verlieren. Die meisten überleben – anders als beim Stich in die Haut.

Wie funktioniert das Gerät mit der Glasplatte?

Eine Glasplatte mit feinen Drähten kommt vor das Flugloch. Ein schwacher Stromimpuls reizt die Bienen, sie stechen ins Glas und geben Gift ab, das eintrocknet und abgekratzt wird.

Wie viele Bienen braucht man für 1 Gramm Bienengift?

Eine Biene liefert nur etwa 0,1 Milligramm. Für ein Gramm sind daher grob 10.000 Sammelvorgänge nötig.

Was kostet reines Bienengift?

Es gilt als sehr teuer und ist eines der wertvollsten Bienenprodukte. Genaue Preise schwanken stark nach Reinheit und Anbieter.

Ist selbst gesammeltes Bienengift sinnvoll?

Nein. Die Gewinnung braucht Spezialgeräte und Erfahrung. Wegen Allergierisiko und Tierwohl sollte sie geübten Imkern überlassen werden.

Hilft Bienengift bei Arthrose und Rheuma?

In der ärztlichen Apitherapie wird es dabei untersucht. Belege aus großen Studien am Menschen sind aber begrenzt, und eine Selbstbehandlung mit Creme wirkt nicht in die Tiefe.

Wie wird das Bienengift von Bedrop gewonnen?

Marken wie Bedrop beziehen Bienengift in der Regel über die schonende Glasplatten-Methode von Imkern. Das Gift wird gereinigt und dann in die Produkte eingearbeitet.

Quellen & Studien