Blütenpollen werden gewonnen, indem Honigbienen Pollen von Blüten sammeln und ihn mit etwas Nektar zu kleinen Kügelchen – den Pollenhöschen – verkleben. Diese tragen sie an den Hinterbeinen zum Bienenstock. Der Imker streift mit einer Pollenfalle am Flugloch einen Teil der Höschen ab und trocknet sie schonend. So entsteht aus der Sammelarbeit der Bienen das Superfood Blütenpollen.
| Wer sammelt | die Honigbienen an der Blüte |
|---|---|
| Werkzeug des Imkers | die Pollenfalle am Eingang des Bienenstocks |
| Erntemenge | nur ein kleiner Teil des Pollens – das Volk behält den Großteil |
| Pro Saison & Volk | grob 1–3 kg geerntete Pollen (je nach Tracht stark schwankend) |
| Nach der Ernte | schonend getrocknet oder frisch eingefroren |
| Farbe | gelb, orange, braun bis violett – je nach Trachtpflanze |
Was sind Blütenpollen?
Blütenpollen sind die Pollenkörner von Blüten, die Honigbienen sammeln und als Pollenhöschen zum Stock tragen. Im Bienenvolk sind sie die wichtigste Eiweißquelle und füttern die Brut. Wichtig ist die Abgrenzung: Blütenpollen sind weder Honig (das ist eingedickter Nektar) noch Perga, das sogenannte Bienenbrot – also Pollen, der bereits im Stock eingelagert und milchsauer vergoren ist. Grundlegendes steht im Blütenpollen-Ratgeber.
Wie gewinnen die Bienen den Pollen?
Vom Pollenkorn zum Pollenhöschen
An der Blüte bleibt der feine Pollen im Haarkleid der Biene hängen. Mit den Beinen kämmt sie ihn aus, befeuchtet ihn mit etwas Nektar und formt daraus zwei kompakte Kügelchen. Diese „Pollenhöschen“ klemmt sie in die Körbchen an den Hinterbeinen und fliegt damit zurück zum Bienenstock. Eine einzige Sammlerin schafft viele solcher Flüge pro Tag.
Wozu das Bienenvolk den Pollen braucht
Pollen ist für die Bienen das, was für uns Fleisch, Hülsenfrüchte oder Eier sind: die Eiweißquelle. Vor allem die Ammenbienen brauchen ihn, um die Larven zu füttern. Ein starkes Volk verbraucht über das Jahr verteilt eine erhebliche Menge – grob in der Größenordnung von 20 bis 30 Kilogramm. Deshalb darf der Imker immer nur einen kleinen Teil entnehmen.
Die Gewinnung durch den Imker

Die Pollenfalle: so funktioniert sie
Eine Pollenfalle ist ein Gitter, das am Eingang des Bienenstocks sitzt. Die Maschen sind so groß, dass die Biene gerade hindurchpasst – die anhängenden Pollenhöschen aber abgestreift werden. Sie fallen in eine Schublade darunter, geschützt vor Regen und vor den Bienen selbst. So sammelt der Imker die frisch geernteten Pollenkörner, ohne den Stock zu öffnen.
Ernte, Mengen & Schonung des Volks
Wie viel zusammenkommt, hängt stark von Tracht, Wetter und Volksstärke ab. An einem guten Tag fängt eine Falle grob 50 bis 200 Gramm pro Volk, über eine Saison kommen so etwa 1 bis 3 Kilogramm zusammen. Das sind nur grobe Richtwerte, keine festen Werte. Entscheidend ist: Der Imker lässt die Falle nicht dauerhaft geschlossen, sondern nur stundenweise oder an einzelnen Tagen aktiv, damit genug Pollen für die Brut im Volk bleibt.
Frisch, getrocknet oder gefroren?
Frisch geerntete Pollen enthalten viel Wasser und würden schnell schimmeln. Deshalb verarbeitet der Imker sie zügig auf zwei Wegen: schonend getrocknet bei niedriger Temperatur (idealerweise unter etwa 40 °C, damit hitzeempfindliche Inhaltsstoffe erhalten bleiben) oder erntefrisch tiefgefroren. Welche Variante wie lange hält, steht im Ratgeber zur Haltbarkeit von Blütenpollen.
Schadet die Pollenernte den Bienen?
Richtig gemacht: nein. Weil der Imker nur einen kleinen Bruchteil entnimmt und die Falle zeitlich begrenzt einsetzt, bleibt dem Volk genug für die Brut. Problematisch wird es nur, wenn eine Falle dauerhaft und in einer pollenarmen Phase läuft – dann fehlt dem Nachwuchs Eiweiß. Verantwortungsvolle Imker ernten daher in trachtstarken Wochen und beobachten, ob das Volk weiter genug einträgt. Das Bienenwohl geht vor der Erntemenge.
Warum haben Blütenpollen verschiedene Farben?
Die bunte Mischung in der Falle ist kein Zufall: Jede Trachtpflanze liefert eine eigene Pollenfarbe. Leuchtend gelb stammt oft von Raps, kräftiges Orange von Obstblüten oder Löwenzahn, blau-violett von der Phacelia (auch Bienenfreund genannt), fast schwarzer Pollen von Mohn. Auch der Geschmack schwankt mit der Pflanzenvielfalt – meist herb-blumig, mal etwas süßer, mal bitterer. Die Frische erkennt man an leuchtenden Farben und einem aromatischen, nicht muffigen Geruch.
Warum gelten Blütenpollen als Superfood?
Blütenpollen sind ein nährstoffreiches Naturprodukt: Sie liefern viel Eiweiß mit zahlreichen Aminosäuren, dazu Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Ihre genaue Zusammensetzung ist von Natur aus nicht standardisiert und hängt von den gesammelten Pflanzen ab123. Was die Inhaltsstoffe im Körper bewirken und was Studien dazu sagen, liest du unter Blütenpollen Wirkung. Wer Pollen selbst kaufen möchte, findet Kauf-Kriterien im Ratgeber Blütenpollen kaufen.
Häufige Fragen zur Gewinnung von Blütenpollen
Wie werden Blütenpollen gewonnen?
Die Bienen sammeln Pollen an Blüten und tragen ihn als Pollenhöschen zum Stock. Der Imker streift mit einer Pollenfalle am Flugloch einen Teil der Höschen ab und trocknet sie schonend oder friert sie frisch ein.
Wie funktioniert eine Pollenfalle?
Sie ist ein Gitter am Eingang des Bienenstocks. Die Biene passt gerade hindurch, die anhängenden Pollenkügelchen werden abgestreift und fallen in eine geschützte Schublade darunter.
Wie viel Pollen erntet ein Imker pro Volk?
Das schwankt stark. An guten Tagen grob 50 bis 200 Gramm pro Volk, über eine Saison etwa 1 bis 3 Kilogramm – nur als grober Richtwert, abhängig von Tracht, Wetter und Volksstärke.
Schadet die Pollenernte den Bienen?
Bei maßvoller Entnahme nicht. Der Imker nimmt nur einen Bruchteil und setzt die Falle zeitlich begrenzt ein, sodass dem Volk genug Pollen für die Brut bleibt. Dauerbetrieb in pollenarmen Phasen sollte man vermeiden.
Warum haben Blütenpollen unterschiedliche Farben?
Jede Trachtpflanze liefert eine eigene Pollenfarbe: Gelb oft von Raps, Orange von Obstblüten, Blau-violett von Phacelia, fast Schwarz von Mohn. Die Mischung zeigt die Pflanzenvielfalt am Standort.
Was ist der Unterschied zwischen Blütenpollen und Bienenbrot?
Blütenpollen sind die frisch geernteten Pollenhöschen. Bienenbrot (Perga) ist Pollen, den die Bienen im Stock eingelagert und milchsauer vergoren haben – er ist haltbarer und schmeckt säuerlicher.
Frisch, getrocknet oder gefroren – was ist besser?
Getrocknete Pollen sind lange haltbar und praktisch. Tiefgefrorene gelten als besonders schonend, weil keine Wärme einwirkt. Beide sind gut – die Wahl hängt von Lagerung und Geschmack ab.
Quellen & Studien
Dieser Beitrag stützt sich u. a. auf wissenschaftliche Fachliteratur (recherchiert über PubMed), Bieneninstitute und amtliche Stellen:
- Mărgăoan R et al. (2019): Bee Collected Pollen and Bee Bread: Bioactive Constituents and Health Benefits. Antioxidants 8(12):568. ↩
- Komosinska-Vassev K et al. (2015): Bee pollen: chemical composition and therapeutic application. Evid Based Complement Alternat Med 2015:297425. ↩
- Baky MH et al. (2023): Bee Pollen and Bread as a Super-Food: A Comparative Review of Their Metabolome Composition. Molecules 28(2):715. ↩
Weiterführende Quellen & Institutionen:
